Il fuoco - 21. November 2010
"Il Fuoco" (Das Feuer)
Giovanni Pastrone, Il fuoco
Termin: Sonntag, 21. November 2010, 20.00 Uhr
Ort: JUBEZ, Kronenplatz
Italien 1916, Regie: Giovanni Pastrone, Kamera: Segundo do Chomon
55 Min., teilweise coloriert; Format: DVD
Darsteller: Pina Menichelli, Febo Mari
Zum Film:
Ein naiver Maler und eine mysteriöse Dichterin begegnen sich an den Ufern eines Flusses. Das Leben des Malers ändert sich von diesem Augenblick an. Denn die Frau, die ihm zunächst Inspiration ist, führt ihn ins Verderben. Dieses Meisterwerk des italienischen Stummfilms entstand aus einer Zusammenarbeit Pastrones mit Gabriele D‘Annunzio.
Text nach: Italienisches Kulturinstitut Köln
Musikalische Begleitung:
Giardini di Miró
Eine Veranstaltung des JUBEZ in Kooperation mit Déjà Vu - Film e. V.
Der italienische Stummfilm ...
... ist in Deutschland so gut wie unbekannt. Nur absolute Insider können mit Namen wie Pastrone etwas anfangen. Vielleicht ein paar Notizen: die italienische Filmindustrie entstand in Norditalien, genauer gesagt in Turin und in Mailand. Turin war Ende des 19. Jahrhunderts Sitz der königlichen Residenz; hier war genug Geld, um eine Filmindustrie entstehen zu lassen. Die beiden bedeutendsten Turiner Firmen waren S. A. Ambrosio und Itala Film. Turin zog auch ausländische Cineasten an, so z. B. den Spanier Segundo do Chomon, der bei "Il Fuoco" die Kamera bediente. Später wird er in Paris für Pathè arbeiten und vor allem sog. Feéries produzieren.
In den 10er Jahren war die Entwicklung schon so voran geschritten, dass Filme in allen üblichen Genres produziert wurden; der Tragödie, des Drama, der Komödie, d. h. des Slapsticks usw. In Turin entstand 1910 eine Fassung der "Lulu"; eine Verfilmung der "Nibelungen" (1912) und des "Hamlets" (1917). Es begann eine Blütezeit des italienischen Kinos, die gekennzeichnet ist durch die Entstehung des Monumentalsfilms. Pastrones "Cabiria", unmittelbar vor "Il Fuoco" entstanden, ist einer der bekanntesten Filme dieser Epoche. Allerdings birgt die Entwicklung eine Problematik in sich, die sich bald als hinderlich für das Medium selbst erweisen sollte: Der Hang zu den großen Themen, der großen und teuren Ausstattung und den großen Darstellern des Cinema d'Arte, wie diese Strömung hieß, stand der Entwicklung des Mediums in Weg. Das zumeist bürgerliche Publikum wurde nicht mit den entwicklungsfähigen Mitteln des jungen Mediums angesprochen, sondern mittels der Ingredienzen der bürgerlichen Kultur. So entpuppte sich das Cinema d'Arte bald als Sackgasse der Filmgeschichte.

